Autor: admin

  • Diagnose mit 37 – und dann?

    Chris ist Gründer des Vereins Parkinson Paten.

    Interview

    Parkinson mit 37: „Ich dachte immer, das haben nur alte Menschen“ 

    April ist Awareness Month für Parkinson. Auch wenn die Krankheit für junge Menschen weit weg wirkt, kann es jeden treffen. Watson hat mit einem Betroffenen über die Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.

    Immer mehr Menschen erkranken an Parkinson. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Zahlen sich bis 2040 weltweit verdoppeln – nachdem sie sich von 1990 bis 2015 bereits von drei auf sechs Millionen verdoppelt haben. 

    Das liegt vor allem am demografischen Wandel und daran, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit dem Alter steigt. Aber es betrifft auch junge Menschen: Jede zehnte Person ist bei der Diagnose unter 40. 

    So ging es auch Chris, der bei seiner Diagnose mitten im Leben stand. Watson hat sich mit ihm über einen Eingriff unterhalten, der ihm wieder Kontrolle über seinen Körper gegeben hat. Wie sicher die Technik dafür ist, haben wir außerdem Rainer Puster von Boston Scientific gefragt.

    Watson: Chris, was waren deine Symptome und wie war der Weg zur Diagnose?

    Chris: Mein erstes Symptom war der Tremor in der linken Hand. Das habe ich lange nicht wahrhaben wollen, bis es nicht mehr zu übersehen war. Ich bin dann zum Hausarzt und wurde direkt an eine Uniklinik verwiesen. Da habe ich relativ schnell meine Diagnose bekommen: Parkinson.

    Wie ging es dir, als du das gehört hast: Diagnose Parkinson?

    Chris: Auf der einen Seite war ich froh, dass meine Beschwerden einen Namen haben und ich endlich wusste, was es ist. Auf der anderen Seite war ich geschockt – ich war gerade mal 37 und dachte immer, das haben nur alte Menschen. Ich habe dann recherchiert und festgestellt, dass auch viele junge Menschen an Parkinson erkranken.

    Was waren die ersten medizinischen Schritte nach der Diagnose?

    Chris: Ich habe angefangen, klassische Parkinson-Medikamente einzunehmen und die bis 2023 eingenommen. Und dann habe ich mich für die Tiefe Hirnstimulation (THS) entschieden.

    Kannst du erzählen, wie die THS funktioniert?

    Chris: Dabei werden zwei Elektroden ins Gehirn eingesetzt. Diese werden mit einem Stimulator verbunden, der unter einem der Schlüsselbeine angebracht wird. Der Stimulator gibt dann ständig Stromimpulse an das Gehirn ab, damit dieses Dopamin produziert. Das ist der Botenstoff, den unser Nervensystem benötigt, um zu funktionieren. Bei Parkinson nimmt die Fähigkeit des Gehirns ab, Dopamin selbst zu produzieren. 

    Warum hast du dich für so einen Eingriff entschieden?

    Chris: Zunächst war die Vorstellung einer solchen Prozedur für mich ganz weit weg. Zu dem Zeitpunkt habe ich fünfmal am Tag Medikamente eingenommen und war körperlich schon sehr eingeschränkt. Die Medikamente wirkten bei mir aber nicht gleichmäßig über den ganzen Tag – dann kommt der Tremor wieder durch und der Leidensdruck war so groß, dass ich mir doch um eine THS Gedanken gemacht habe. 

    Ein Teil dieser OP wurde bei vollem Bewusstsein durchgeführt. Wie ging es dir währenddessen?

    Chris: Den Anfang und das Ende bekommt man nicht mit, da ist man unter Vollnarkose. Bevor die Elektroden eingesetzt wurden, hat man mich aus der Narkose zurückgeholt. Dadurch kann man sicherstellen, dass die richtigen Areale im Hirn angesprochen werden. Ich habe mir das viel schlimmer vorgestellt, als es tatsächlich ist. Ich will das auf gar keinen Fall beschönigen – aber ich war einfach nur glücklich, die OP hinter mich gebracht und den Schritt gewagt zu haben. Empfohlener externer Inhalt

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    Was ist dir so durch den Kopf gegangen, als du auf dem OP-Tisch lagst?

    Chris: Gar nichts. Ich stand unter Beruhigungsmitteln und dachte mir nur: „Ich würde jetzt ganz gerne fertig werden“. Links und rechts standen auch Leute aus dem OP-Team neben mir, haben sich mit mir unterhalten und waren für mich da. 

    Wie war die Zeit nach der OP?

    Chris: Bei mir ist alles sehr gut verlaufen. Ich konnte nach dem zweiten Tag langsam aufstehen, habe sofort die Besserung gespürt. Ich sage immer, die Zeit nach der OP ist mein Leben 3.0: Ich hatte ein Leben vor Parkinson, eins mit und jetzt ein drittes mit der THS. Es ist wirklich ein ganz neues Lebensgefühl. Außerdem nehme ich seitdem keine Parkinson-Medikamente mehr. 

    Würdest du die OP anderen Menschen mit Parkinson empfehlen?

    Chris: Empfehlen ja – aber die Entscheidung muss jeder selbst treffen. Ich teile meine Erfahrung gern und habe inzwischen einen Verein gegründet, die Parkinson Paten, in dem Menschen mit Parkinson in den Austausch treten können. Dadurch kenne ich viele Leute, die gerade überlegen, eine THS zu machen oder sie schon hinter sich haben und die Gründe für oder gegen diesen Eingriff sind sehr individuell. Aber ich kann aus meiner Erfahrung sagen: Man kommt durch den Tag und die Umstellung danach durch und es lohnt sich. Ich würde es immer wieder machen.

    […]

    Wie ist es für dich, wenn Leute auf dich zukommen und dir sagen, sie haben gerade die Diagnose Parkinson bekommen? Gibt es für so eine Situation aufmunternde Worte?

    Chris: Das ist ganz individuell. Parkinson würde man sich wohl nicht aussuchen. Aber ich sage immer: Man stirbt mit Parkinson, nicht an Parkinson. Das Leben ist mit dieser Diagnose nicht vorbei. Man kann viel tun und sich medikamentös oder durch eine THS behandeln lassen. Seit der Diagnose lebe ich viel bewusster und mehr im Hier und Jetzt, denn von einem Tag auf den anderen kann sich eben das ganze Leben ändern. Das versuche ich auch immer weiterzugeben.

    Rainer, Boston Scientific ist eines der Medizintechnik-Unternehmen, die sich auf dieses Verfahren spezialisiert haben. Wie sicher ist die THS?

    Rainer: Die THS wurde bereits vor 30 Jahren in Grenoble, Frankreich, entwickelt und ist ein erprobtes Verfahren. Es wurde weltweit bereits mehrere hunderttausend Male eingesetzt. Seit 2005 ist Boston Scientific in Europa im Bereich Neuromodulation mit Lösungen auf dem Markt, die Bewegungsstörungen und chronische Schmerzen behandeln können. Außerdem können wir inzwischen vorab MRT-Scans vom Gehirn machen und so den Eingriff bildgestützt an der individuellen Anatomie genau planen.

    Und wenn die Elektroden einmal im Hirn sind, kann man damit für den Rest seines Lebens ohne weitere Eingriffe leben?

    Rainer: Zunächst einmal ist die THS grundsätzlich reversibel, daneben kann man die Einstellungen auch von außen nachjustieren, um die Therapie anzupassen, da Krankheiten wie Parkinson nicht statisch sind, sondern sich mit der Zeit entwickeln. Dafür ist kein weiterer Eingriff erforderlich. Bei der THS muss zwischen aufladbaren und nicht aufladbaren Systemen unterschieden werden. Die aufladbaren Systeme müssen etwa einmal die Woche via Induktion aufgeladen werden. Das andere System hat eine Batterie, die einige Jahre hält, dann aber ausgetauscht werden muss. 

    Worin liegt für die Patient:innen der Hauptnutzen? 

    Rainer: Eine THS ist keine Heilung, sie unterdrückt viele typische Symptome von Bewegungsstörungen – aber man hat wieder Kontrolle über seinen Körper und sein Leben. Das hat auch einen positiven psychologischen Effekt, der für viele Patient:innen sehr wichtig ist.

    Chris: Ja, man ist einfach wieder selbstständiger, wenn man sich vernünftig bewegen kann. Man kann wieder im Haushalt mithelfen und hat wieder das Gefühl, sich nützlich machen zu können. Wieder was zurückgeben zu können, ist ein wichtiger Teil. 

    Rainer: Diesen Punkt, wieder etwas zurückgeben zu können, hat mir gegenüber vor kurzem auch ein anderer Parkinson-Patient erwähnt. Seine Frau ist durch seine Diagnose fast „unsichtbar“ geworden. Von ihm wollten immer alle wissen, wie es ihm geht – von ihr wollten jedoch auch immer nur noch alle wissen, wie es ihm geht. Ihm war das schon unangenehm, weil sie viel für ihn geleistet hat, er aber allein im Fokus stand. Nach dem Eingriff konnte er ihr beispielsweise wieder eine Tasse Kaffee machen und ihr so etwas zurückgeben. Das mag von außen wie eine kleine Sache wirken, aber war für ihn sehr wichtig.

    Quelle: https://www.watson.de/leben/interview/734476800-parkinson-patient-spricht-ueber-diagnose-mit-37-und-therapiemethode

  • Was ist der Welt-Parkinson-Tag?

    Was ist der Welt-Parkinson-Tag?

    ChatGPT gibt mir am 10.04.2026 folgende Antwort:

    Der Welt-Parkinson-Tag findet jedes Jahr am 11. April statt. An diesem Tag wird weltweit auf die Parkinson-Krankheitaufmerksam gemacht – eine neurologische Erkrankung, von der Millionen Menschen betroffen sind, die aber oft missverstanden oder zu spät erkannt wird.

    Das Datum ist bewusst gewählt: 11. April ist der Geburtstag von James Parkinson, dem Arzt, der die Krankheit 1817 erstmals wissenschaftlich beschrieben hat.

    Warum gibt es diesen Tag?

    Parkinson ist mehr als nur „Zittern“. Viele Betroffene kämpfen mit

    • Bewegungsproblemen
    • Schmerzen
    • Schlafstörungen
    • Depressionen
    • Konzentrations- und Sprachproblemen

    Trotzdem wird die Krankheit in der Öffentlichkeit häufig auf wenige Symptome reduziert oder gar übersehen.

    Der Welt-Parkinson-Tag soll deshalb:

    • informieren, was Parkinson wirklich ist
    • aufklären, wie vielfältig die Symptome sein können
    • Verständnis und Empathie fördern
    • Betroffenen eine Stimme geben
    • Forschung und bessere Versorgung unterstützen

    Worum geht es im Kern?

    Der Tag erinnert daran, dass:

    • Parkinson jede und jeden treffen kann – auch jüngere Menschen
    • die Krankheit nicht heilbar, aber behandelbar ist
    • ein frühes Erkennen Lebensqualität deutlich verbessern kann
    • hinter der Diagnose echte Menschen mit Alltag, Familie und Träumen stehen

    Es geht also nicht nur um Medizin, sondern um Würde, Sichtbarkeit und Teilhabe.

    Warum ist der Welt-Parkinson-Tag für alle wichtig – auch für Menschen ohne Parkinson?

    Weil Wissen hilft:

    • Symptome bei sich selbst oder anderen früher zu erkennen
    • Vorurteile abzubauen („Der ist betrunken“ / „Die ist einfach unsicher“)
    • Betroffene im Alltag respektvoll und unterstützend zu behandeln

    Und weil fast jede Familie irgendwann direkt oder indirekt mit Parkinson in Berührung kommt.

    Die blaue Tulpe – ein Symbol

    Oft sieht man am Welt-Parkinson-Tag Tulpen.

    Sie stehen für:

    • Hoffnung
    • Solidarität
    • das Leben mit Parkinson

    Eine einfache Blume mit einer starken Botschaft: Ihr seid nicht allein.

    Kurz gesagt:

    Der Welt-Parkinson-Tag ist ein Tag zum Hinschauen statt Wegsehen,

    zum Zuhören statt Bewerten

    und zum Verstehen statt Vereinfachen.

  • Wissenslücke zu krankheitsmodifizierenden Therapien

    Neues Parkinson-Projekt soll Wissenslücke zu krankheitsmodifizierenden Therapien schließen

    Ein erheblicher Anteil der Parkinson-Betroffenen weiß nicht, was krankheitsmodifizierende Therapien sind oder was der Begriff bedeutet – das hat eine gemeinsame Initiative zweier Pharmaunternehmen und mehrerer Parkinson-Organisationen ergeben

    09. Januar 2026 Von Verity Willcocks Gesponsert von UCB und Novartis

    Nachrichten krankheitsmodifizierende Behandlungengesponsert

    „Viele Menschen mit Parkinson sind mit dem Begriff ‚krankheitsmodifizierende Therapie‘ nicht vertraut und haben zuvor noch nie davon gehört“, sagt Kate Trenam, Leiterin des Bereichs Patient Engagement (Neurosciences) beim biopharmazeutischen Unternehmen UCB.

    Dies war das Ergebnis eines Workshops, den das Unternehmen Anfang 2023 mit Parkinson-Betroffenen aus Großbritannien, den Niederlanden und Kanada sowie Vertretern der Patientenorganisationen Parkinson’s UK und Parkinson’s Foundation veranstaltet hatte. Der Workshop ergab zudem, dass mehr Wissen darüber benötigt wird, „was krankheitsmodifizierende Therapien sind und wie sie sich von symptomatischen Behandlungen unterscheiden“.

    Diese Erkenntnisse waren laut Kate nicht überraschend, da UCB sich der Verwirrung über krankheitsmodifizierende Therapien in der Parkinson-Gemeinschaft bereits bewusst war.

    Der Workshop war nur der Anfang der Reise, denn UCB ging anschließend eine Partnerschaft mit dem Pharmaunternehmen Novartis und anderen Patientenorganisationen wie Parkinson’s Europe, Cure Parkinson’s, der Michael J. Fox Foundation und Parkinson Canada ein, um eine Informationsbroschüre für Menschen zu erstellen, bei denen gerade Parkinson diagnostiziert wurde. Darin wird erklärt, was krankheitsmodifizierende Therapien sind – also Behandlungen, die das Fortschreiten von Parkinson länger verlangsamen könnten.

    Kate (siehe Bild oben) erläutert die Motivation hinter dem Projekt: „Es ist unerlässlich, dass die Patientengemeinschaft von Anfang an mit klaren, leicht zugänglichen Informationen ausgestattet ist. Dies ermöglicht es den Betroffenen, fundierte Entscheidungen zu treffen – einschließlich der Frage, ob sie die Teilnahme an klinischen Studien in Betracht ziehen, die zur Entwicklung krankheitsmodifizierender Therapien beitragen könnten.“

    Obwohl Wissenschaftler noch keine wirksame krankheitsmodifizierende Therapie entwickelt haben, geht man davon aus, dass die Entdeckung einer solchen Therapie für Menschen mit dieser Erkrankung eine entscheidende Wende bedeuten könnte. Kate sagt: „Während das Symptommanagement für die Verbesserung der Lebensqualität nach wie vor entscheidend ist, bieten krankheitsmodifizierende Behandlungen das Potenzial, den Krankheitsverlauf selbst zu verändern. Durch die Verlangsamung oder sogar das Aufhalten des Fortschreitens von Parkinson soll das Ziel erreicht werden, die körperlichen und kognitiven Funktionen der Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Dieser Ansatz hat das Potenzial, Leben zu verändern und die langfristige Belastung durch die Krankheit zu verringern, was ihn zu einem Bereich von großem Interesse und hohen Investitionen macht.“

    Der erste Entwurf des Leitfadens zu krankheitsmodifizierenden Therapien

    Ziel des Leitfadens war es, standardisierte, leicht verständliche Begriffe und Formulierungen zu verwenden, die dann von Parkinson-Organisationen und den biopharmazeutischen Unternehmen einheitlich verwendet werden, wenn sie über krankheitsmodifizierende Therapien kommunizieren.

    Amelia Hursey, Strategische Direktorin bei Parkinson’s Europe, sagt: „UCB und Novartis wollten in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Patientenorganisationen einen gemeinsamen, einvernehmlichen Begriffskatalog erstellen, der von allen verwendet werden kann, wenn über neue Behandlungen gesprochen wird, die hoffentlich den Verlauf der Parkinson-Erkrankung verändern werden.“

    Becky Jones von Parkinson’s UK (siehe Bild oben) sagt: „Es ging auch darum, Ärzte und medizinisches Fachpersonal mit den notwendigen Hilfsmitteln auszustatten, um diese Gespräche über krankheitsmodifizierende Therapien mit ihren Patienten zu führen, wobei sie sich auf Informationen stützen können, die sie auf unserer Website über krankheitsmodifizierende Therapien oder auf den Websites der Michael J. Fox Foundation oder von Parkinson’s Europe finden.“

    Ein erster Entwurf des Dokuments mit dem Titel „Co-created disease modification patient narrative“ wurde verfasst und an 181 Menschen mit Parkinson sowie deren Pflegekräfte aus Spanien, Griechenland, dem Vereinigten Königreich und den USA verteilt, die einen Fragebogen dazu ausfüllten.

    Kate sagt, die Umfrage habe gezeigt, dass „einige wichtige Fakten über krankheitsmodifizierende Therapien unter Menschen mit Parkinson und ihren Pflegekräften nicht allgemein bekannt waren, was die Bedeutung einer Vereinfachung und Verdeutlichung der verwendeten Sprache unterstrich. Ihr Feedback war entscheidend für die Gestaltung des nächsten Entwurfs.“

    Becky fügt zu dieser Phase hinzu: „Der Umfang dessen, was wir abdecken mussten, ergab sich wirklich aus dieser Umfrage, da es bei Parkinson keine ‚Einheitslösung‘ gibt. Wir versuchten auch zu verstehen, was genau als die richtige Informationsmenge empfunden wird, ohne die Menschen zu Beginn ihrer Diagnose-Reise mit einer Flut von Informationen zu überhäufen, aber gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Optionen aufgeführt sind.“

    Zur Überprüfung des Dokuments in jeder Phase erklärt Amelia: „Ich suchte nach Formulierungen, die verhindern würden, dass die Menschen verstehen, welchen Nutzen diese Behandlungen bieten könnten, falls und sobald sie verfügbar werden.“

    Der zweite und dritte Entwurf

    Trotz der Berücksichtigung des oben genannten Feedbacks wurde im Februar 2024 ein zweiter Entwurf vom gemeinsamen Parkinson Strategic Patient Council (SPC) von UCB und Novartis (dem die Michael J. Fox Foundation, die Parkinson’s Foundation, Parkinson’s UK, Cure Parkinson’s und Parkinson’s Europe angehören) abgelehnt, da dessen Sprache als zu wissenschaftlich und schwer verständlich empfunden wurde.

    Er schnitt zudem bei zwei Tools zur Lesbarkeitsbewertung schlecht ab, darunter das „Suitability Assessment of Materials“ (SAM)-Tool, das Materialien zur Gesundheitsaufklärung bewertet. Der SPC beschloss, den Entwurf anzupassen und dabei ein Lesealter von 11–12 Jahren anzustreben.

    Eine wesentliche Änderung zu diesem Zeitpunkt, so Kate, bestand darin, „die Erwartungen zu steuern – insbesondere klarzustellen, dass krankheitsmodifizierende Therapien keine Heilung darstellen.“

    Eine überarbeitete Fassung lag knapp über dem Zielalter und erzielte bei SAM 67 Prozent – fast „hervorragend“. Dieser dritte Entwurf wurde von Parkinson-Betroffenen und ihren Pflegepartnern, Patientenvertretungsgruppen (PAGs) sowie Mitgliedern des SPC geprüft, die ihn auf Lesbarkeit, Tonfall und klare Sprache bewerteten.

    Ihr Feedback lautete jedoch, dass das Dokument nun zu einfach sei.

    Der endgültige Entwurf

    Becky sagt: „Der allgemeine Konsens war, dass durch die Vereinfachung einige der Nuancen verloren gingen, wie sich eine krankheitsmodifizierende Therapie von den Medikamenten unterscheiden könnte, die man bei der Diagnose verschrieben bekommt.“

    Daher wurden weitere Änderungen vorgenommen, bis eine endgültige Version vorlag, mit der alle Beteiligten zufrieden waren. Obwohl die Lesbarkeitswerte aufgrund der Parkinson-spezifischen Terminologie niedriger ausfielen, zeigten Umfragen und das Feedback der Fokusgruppen, dass diese Begriffe von Menschen mit Parkinson im Allgemeinen verstanden wurden.

    Parallel zur Erstellung des Leitfadens arbeiteten die Organisationen gemeinsam an einer Broschüre mit dem Titel „Ihr Leitfaden für ein erfülltes Leben nach einer Parkinson-Diagnose“, um neu diagnostizierte Patienten mit wichtigen Informationen darüber zu unterstützen, wie sie eine gute Lebensqualität aufrechterhalten können. Diese enthält auch einen Abschnitt über krankheitsmodifizierende Therapien, der dieselbe Terminologie verwendet, wie sie für den Leitfaden vereinbart wurde.

    Wie geht es nun weiter

    Das Narrativ-Dokument wird nun eine zentrale Rolle spielen, wenn die oben genannten Parkinson-Organisationen über krankheitsmodifizierende Therapien kommunizieren.

    Kate sagt: „Mehrere Patientenvertretungsgruppen (PAGs) planen, Botschaften zu krankheitsmodifizierenden Therapien in ihre eigenen Kommunikationsaktivitäten zu integrieren. Sie beabsichtigen, eine einheitliche Sprache und die Kernbotschaften aus dem Narrativ zu verwenden, um Kohärenz und Klarheit zu gewährleisten.

    Kate skizzierte anschließend die Pläne von UCB: „Wir arbeiten derzeit gemeinsam mit PAGs und Patienten an einem Manuskript, von dem wir hoffen, dass es als Publikation angenommen wird und einen Link zu den PAG-Websites enthält, auf denen diese Ressourcen zu finden sind.“

    Becky sagt: „Es wird auf der [Parkinson’s UK]-Website zu finden sein, und wir planen, es auf verschiedene Weise zu nutzen. Wir prüfen, wie wir diese Sprache in unseren Informationen für neu diagnostizierte Patienten nutzen können, um sicherzustellen, dass wir einheitlich vorgehen, und auch in unserer Forschungskommunikation. Wir haben zudem sehr enge Verbindungen zu medizinischen Fachkräften, und daher werden wir darüber sprechen, wie wir sie befähigen können, diese Informationen zu nutzen, wenn sie mit ihren Patienten über Forschung sprechen.“

    Parkinson’s Europe hat eine ganze Kampagne entwickelt, um das Wissen von Parkinson-Betroffenen und ihren Pflegekräften über krankheitsmodifizierende Therapien zu erweitern, und ist Teil einer gemeinnützigen Parkinson-Koalition, um zu erörtern, wie die Botschaft weiter verbreitet werden kann. Außerdem ist geplant, den Text in vier verschiedene Sprachen zu übersetzen, darunter Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch. Es ist auch vorgesehen, die Broschüre auf der Website zu veröffentlichen.

    Amelia erklärt, wie wichtig es für Parkinson’s Europe war, an dem Projekt beteiligt zu sein: „Der Großteil der Forschungsarbeit wird auf Englisch von Menschen aus den USA und Großbritannien geleistet, aber dies ermöglichte es uns, die Stimmen aus Kontinentaleuropa in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, um sicherzustellen, dass die Inhalte auch für sie Sinn ergeben und erfolgreich übersetzt werden können.“

    Sowohl Amelia als auch Becky lobten das Projekt als hervorragendes Beispiel dafür, wie die Parkinson-Gemeinschaft zum Wohle der Parkinson-Betroffenen mit der Industrie zusammenarbeiten kann, wobei Becky anmerkte, dass zwei „wirklich wertvolle Materialien“ entstanden seien.

    Becky sagte: „Die Zusammenarbeit mit biopharmazeutischen Unternehmen, die die Bereitschaft zeigen, die Patienten wirklich in den Mittelpunkt zu stellen, ist lobenswert, und wir würden uns freuen, wenn es in Zukunft mehr davon gäbe.“

    Amelia fügte hinzu: „Ohne diese Art der Zusammenarbeit arbeiten Parkinson-Organisationen letztendlich in Silos. Diese Silos aufzubrechen ist so wichtig für eine Gemeinschaft, für ein fortschrittliches wissenschaftliches Netzwerk, das versucht, die Stimmen aller Parkinson-Betroffenen weltweit zusammenzubringen.“

    Parkinson’s Europe teilt diesen Artikel ausschließlich zu Informationszwecken; er gibt nicht die Ansichten von Parkinson’s Europe wieder und stellt keine Empfehlung von Parkinson’s Europe für bestimmte Behandlungen, Therapien oder Produkte dar.

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